Mühevoller Erfolg in Salzburg
Eine schwierige Partie konnte der USC München am Samstag in Salzburg für sich entscheiden. Ohne Johanna Welin und Markus Haberkorn musste Spielertrainer Ryklin die Aufstellungsvarianten ordentlich umbauen, und mit Ausnahme des dritten Viertels wirkten die Münchner Fünf immer leicht verunsichert, so dass sie ihre fahrerische Überlegenheit nur selten auf das Scoreboard ummünzten. Ein 12:0-Run in den Minuten 22 bis 24 lieferte letztlich die Vorentscheidung, die Salzburger brachten sich in der zerfahrenen Partie mit vielen und größtenteils unnötigen Fouls um mehr Optionen in der Schlussphase. Deutlich unterpunktig sicherte sich der USC im Schlussabschnitt den Sieg, Nguyen mit einem Layup und Magenheim mit seiner starken Freiwurfquote erhöhten am Ende von 59:62 zum 61:69-Endstand.
Das Team Thüringen behielt zuhause gegen Trier die Oberhand, während die Frankfurter gegen Zwickau mit 64:70 verloren. Damit kann sich der USC mit zwei Siegen in Köln und gegen Jena fix für die Playoffs qualifizieren.
Der USC startete in der Mozartstadt mit Ryklin, Döring, Magenheim, Nguyen und Schmölz, die Gastgeber rollten mit ihrer Standardformation Hartig, Almer, Höglinger, Karaman und Pawle auf den Court. Die Partie begann etwas lahm, die Münchner wirkten in ihrer etwas ungewohnten Formation sehr gehemmt und wirkten fahrerisch eigentlich nicht überlegen, die Geschwindigkeit der Transition glich eher einem gemütlichen Osterspaziergang. Karamans Führung beantwortete Ryklin in Minute 3 mit einem gelungenen Dreipunktspiel zum 2:3, richtig Feuer in der Offensive konnte man beim USC aber auch danach nicht entdecken, die Partie würgte sich bis zum 6:5 nach fünf Minuten so vor sich hin. Nach einem Wechsel agierten die Münchner auf dem eher tiefen Court etwas aktiver, ließen aber nach wie vor einige einfache Chancen aus. Trotzdem zog der USC dank der zwölf Punkte von Spielertrainer Ryklin im ersten Viertel dann doch noch auf fünf Punkte davon (18:13), lediglich Karaman hatte man in der Defense gerade bei schneller abgeschlossenen Angriffen der Österreicher nicht im Griff, er kam auf acht Punkte im ersten Abschnitt.
Schon jetzt wurde ersichtlich, dass die Salzburger auf viele Fouls setzten – eine eher ungleichmäßige Schiedsrichterlinie ließ das Match auch ziemlich zerfahren wirken. Dar USC setzte sich dank zweier Freiwürfe von Ben Döring und einem Treffer von Magenheim auf 15:23 ab, aber die Salzburger bewiesen Kämpferqualitäten und nutzten die schlechte Quote der Münchner in der Zone aus, um wieder näher heranzukommen. Almer verkürzte per Dreipunktspiel auf 24:26, Hartig kurz vor der Pause auf 28:30. Gut für den USC, dass Höglinger kurz vor der Pausensirene bei einem übermotivierten Abschlussversuch sein drittes Foul kassierte, Eder hatte bereits vier auf seinem Konto.
In der Pause besann sich der USC dann etwas seiner Stärken und bereitete dem Team von Walter Pfaller mit der starken Full Court Press von Ryklin, Döring, Magenheim, Fischer und Schmölz zunächst riesige Probleme: Trotz der einzigen Führung der Salzburger durch Pawle (32:30, Minute 21) sollte der folgende 13:0-Run innerhalb von drei Minuten letztlich die Vorentscheidung zugunsten der Bayern bringen. Die körperliche Überlegenheit brachte dem USC jetzt Steals, und aus denen resultierten einfache Fastbreakpunkte. Stark kämpfende Salzburger, die noch mindestens einen Saisonsieg benötigten, um gute Karten im Kampf gegen den Abstieg zu haben, gaben jedoch noch lange nicht auf und kamen durch Höglinger und dank besseren Pressbreaks wieder auf 40:45 heran. Doch gerade Höglinger schädigte sein Team in dieser Phase auch, beging innerhalb einer Minute sein viertes und fünftes persönliche Foul. Magenheim mit vier sicher verwerteten Freiwürfen und Schmölz mit seinem Abstauber stellten wieder auf 40:51, zudem verabschiedete sich auch Eder mit seinem fünften Foul. Aber auch Ryklin bekam überraschend sein viertes Foul gepfiffen, kurz darauf auch Magenheim. Nach einem weiteren Korb des starken Pawle und Florian Machs ersten Treffer für den USC in der Bundesliga ging es mit 42:53 in das letzte Viertel.
Das Schlussviertel spielte der USC jetzt ohne seinen Trainer und deutlich unterpunktig. Ohne die Insidescoring-Option mit Ryklin wäre wohl deutlich mehr Bewegung in der Offensive des USC angebracht gewesen, das statische Herumstehen des USC in diesem Viertel gewinnt sicher keinen Schönheitspreis. Die Folge war, dass Karaman mit seinem Dreier die Salzburger wieder auf drei Punkte heranbrachte (55:58), Magenheim per weiterem Freiwurf und Nguyen per Layup konterten. Pfaller, der jetzt auch selbst am Court war, und Almer verkürzten noch einmal auf drei Punkte, ehe abermals Nguyen ihren Layup traf. Die Salzburger konnten jetzt nicht mehr zusetzen, vergaben noch zwei einfache Chancen, wohingegen Magenheim mit fünf von sechs getroffenen Freiwürfen in der Crunch Time zeigte, dass er Nerven aus Stahl besitzt.
Schlussendlich erledigte der USC mit dem 61:69-Erfolg die Pflicht, aber die Leistung war alles andere als berauschend. Wenn man auch nur daran denken will nach dem Sensationserfolg gegen Meister Lahn-Dill vom Hinspiel abermals mit den Hessen mitzuhalten, so muss nächsten Samstag eine deutliche Leistungssteigerung her.
RSV Salzburg – USC München 61:69 (28:31)
Karaman 21, Hartig 11, Almer 9, Höglinger, Pawle je 6, Eder, Pfaller je 4, Ammerer, Huber bzw. Magenheim 25, Ryklin 23, Döring 8, Nguyen 6, Fischer, Mach, Schmölz je 2, Wastian 1

