Herber Rückschlag im Playoff-Kampf
Herber Rückschlag im Playoff-Kampf
Der USC München muss eine ganz bittere Auswärtsniederlage beim Überraschungsteam RSB Team Thüringen einstecken. Nach schwachem Start drehten die Bayern bis zur Pause vorübergehend das Spiel, bei der Führung von 36:42 in Minute 27 war die Welt auch noch in Ordnung. Doch dann zerfiel das Münchner Spiel förmlich, und die Heimmannschaft aus Elxleben überrollte den USC, um sich mit dem 72:57-Erfolg auch noch den direkten Vergleich zu sichern.
Der USC München hatte mit einer etwas turbulenten Anreise zu kämpfen, nach Schneefahrbahn auf den letzten 200km vor Elxleben blieben den Bayern gerade noch gute zehn Minuten zum Aufwärmen. Die Gastgeber vom Team Thüringen konnten wieder auf Diana Dadzite zurückgreifen, sie begann neben dem weißrussischen Center Halouski, dem Schweden Linden, US-Kapitän Capasso und Albrecht, der USC begann diesmal mit Ryklin, Döring, Magenheim, Fischer und Welin. Beide Mannschaften passten sich in den ersten Minuten dem schlechten Wetter an, die ersten beiden Minuten boten keine einzige sehenswerte Aktion. Dann Welins zweites Foul, Linden stellt per Dreipunktspiel auf 3:0 für Thüringen und das Publikum wacht auf. Halouski, den die Münchner Defense im ersten Viertel überhaupt nicht in Griff bekommen sollte, erhöhte auf 5:0, bevor Magenheim von außen zum ersten Mal eine Münchner Antwort erbringen konnte. Aber der USC spielte eine unheimlich langsame Transition im ersten Abschnitt, sah noch dazu einige Male wirklich verschlafen drein in der Verteidigung, woran auch ein Pressversuch nichts änderte. Döring konnte von seinen Teamkollegen nicht in Szene gesetzt werden, fand kaum ins Spiel. So dominierte der Aufsteiger das Spielgeschehen, zog auf 13:7 und 16:9 davon. Ryklin setzte sich jetzt in der Zone durch, traf zum 16:11 und zum 18:14. Doch Halouski stellte mit seinen Punkten 13 und 14 noch in der zehnten Minute auf 20:14.
Das zweite Viertel sollte dann aber dem USC gehören. Die Münchner, jetzt mit Haberkorn und Wastian, hatten sich besser auf Halouski eingestellt, vergaßen aber auch nicht die guten Distanzschützen des Teams aus Elxleben zu attackieren. Offensiv war mehr Spielfluss zu erkennen, auch wenn die Münchner einige gute Chancen liegenließen. Trotzdem kam der USC immer näher heran, kurz vor Halbzeit glich Wastian per Freiwurf zum 24:24 aus, Magenheim und Ryklin per Freiwurf erhöhten auf 24:27. Linden konterte zum 28:27, doch Wastian verwertete trotz des dritten Fouls von Halouski an ihm innerhalb von drei Minuten mit drei Sekunden auf der Uhr und scorte auch den Bonusfreiwurf, so dass die Münchner mit einem kleinen Vorsprung in die Pause fahren konnten.
Doch die Hoffnung des USC, damit die Kontrolle über das Spiel zu erlangen, wurde rasch enttäuscht. Viermal glich die Mannschaft von Josef Jaglowski zu Beginn der zweiten Hälfte aus, zeigte sich aus der Distanz sehr souverän, ohne aber wirklich auf gute Gegenwehr der Münchner Defense zu stoßen. Der USC konnte sich in dieser Phase selbst auf seinen Wurf verlassen, Magenheim und endlich auch Döring netzten je zweimal. Als dann auch Ryklin und Wastian trafen, hatten die Münchner beim 42:26 seine höchste Führung im Spiel. Doch von nun an ging fast alles schief, die folgenden dreizehn Spielminuten wird der USC schnell aus seinem Kopf bekommen müssen, wenn man in die Playoffs will. Ein 10:0-Run innerhalb von zwei Minuten für die Heimischen, darunter auch zwei Treffer aus dem Fastbreak, wendete das Blatt, und das Momentum befand sich sofort auf der Seite der Thüringer. In dieser Phase vergaben die Münchner leichtfertig unter dem Korb, dazu kam ein vermeidbarer Turnover von Wastian. Magenheims Treffer, mit dem der USC auf 46:44 verkürzte, änderte aber nichts an den hängenden Köpfen des USC nach drei Vierteln.
Doch der große Einbruch kam erst in den Minuten 33 bis 36: Jetzt funktionierte bei den Thüringern alles, bei den Münchnern klappte trotz Wechsel und taktischer Umstellungen gar nichts. Ein weiterer 15:0-Lauf bedeutete insgesamt einen 27:4-Lauf für Thüringen, die auf 63:46 davonzogen. Auch der Versuch, wenigstens noch den direkten Vergleich gegen Thüringen zu holen, scheiterte: Der einzige Lichtblick des USC an diesem Samstag, Nationalspieler Sebastian Magenheim, brachte den USC noch einmal auf 66:55 heran, aber zu viele schnelle Fouls und eine gute Trefferquote der Thüringer von der Linie waren mehr, als der USC mit seiner einfallslosen Offense zustande brachte. So gewann das RSB Team Thüringen, das lediglich drei Turnover im gesamten Spiel beging, mit 72:57 und damit auch den direkten Vergleich gegen die Münchner, die jetzt unbedingt einen Erfolg gegen die Mainhatten Skywheelers im nächsten Heimspiel am 28.01. brauchen.
RSB Team Thüringen – USC München 72:57 (28:30)
Halouski 27, Linden 26, Capasso 11, Albrecht, Dadzite je 4, Steidl bzw. Magenheim 24, Ryklin 18, Döring 9, Wastian 6, Fischer, Haberkorn, Nguyen, Schmölz, Welin

